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Das Sahnehäubchen beim Produktdesign: Emotionalität

Autodesign Quelle:Dietmar Rabich Donald A. Norman, emeritierter Professor für Kognitionswissenschaften an der University of California, wies in einem seiner Bücher auf die Wichtigkeit des Designs von Alltagsgegenständen hin. Die Gestaltung sei ein Weg der Kommunikation, weswegen der Produktdesigner ein tiefergehendes Wissen über die Zielgruppe haben müsse. Er kann sie so emotional abholen und dadurch einen Wettbewerbsvorteil für den Hersteller kreieren. Ob Alltagsgegenstand oder eine Anwendung wie ein Online Casino: Die Macher hinter dem Produkt beobachten sehr genau, wie der Kunde auf dieses reagiert und mit ihm interagiert. Nur so können sie konsequent daran arbeiten, dass das Produkt die gewünschten Emotionen hervorruft, was wiederum den Absatz steigert.

Ein gelungenes Design übermittelt die richtige Botschaft

Ganz nach Paul Watzlawicks Aussage »Man kann nicht nicht kommunizieren« sendet auch jede Produktgestaltung eine Botschaft. Ein Produkt kann Vertrauen oder Gefährlichkeit vermitteln. Es kann Abenteuerlust herauskitzeln oder Geborgenheit schenken. Seit Jahren kommen beispielsweise immer mehr Küchenmaschinen auf den Markt, die hinsichtlich der Optik an Großmutters Zeiten erinnern. Die Technik in ihnen ist jedoch neu. Produktdesigner hoffen, dass diese Geräte bei den Verbrauchern nostalgische Gefühle hervorrufen. Wie schön war es doch bei Oma in der Küche, wenn sie Kuchen backte! Es lassen sich viele Beispiele für ein emotionales Produktdesign heranziehen. Gut gelungen ist es allerdings nur, wenn das Design die richtigen, gewünschten Emotionen beim Betrachter aufkommen lässt. Darüber hinaus muss das emotionale Design mit der Funktion einhergehen. Es darf nichts versprechen, was die Funktionalität nicht halten kann. Zudem sollte der Markencharakter authentisch transportiert werden und über das Design erlebbar sein. Ob und wie der Hersteller diese Designziele erreicht, lässt sich durch das Heranziehen von internationalen Studien zum Thema Emotionen beantworten. Es zeigt sich, dass bestimmte Formen, Materialien und Farben für bestimmte Basisemotionen wie Freude, Vertrauen, Zorn oder Überraschung stehen. Die Symbole scheinen Menschen oft sogar kulturübergreifend zu verstehen. Drei Beispiele: Rot ruft Achtsamkeit hervor, Kaschmir steht für Geborgenheit und eine ausgeglichene Formgebung repräsentiert Harmonie. In vielen Kulturkreisen werden Sterne oder eine Hand mit dem Daumen nach oben mit dem Gefühl »Ich werde belohnt« verknüpft. In Diät-Apps oder bei Uhren mit Schrittzähler werden diese Zeichen gern genutzt, um den Anwender durch Belohnung ans Produkt zu binden. Unbequemes Design Quelle:Katerina Kamprani

Gegenübergestellt: Emotionen und Funktionalität

Manchmal verstricken sich Produktdesigner beim emotionalen Faktor. Sie legen den Fokus auf die hübsche Gestaltung, aber vernachlässigen dadurch den technisch-funktionalen Parameter. Das Resultat ist: Der Kunde greift nach dem Artikel, empfindet ihn als ansprechend und kauft ihn. Die Funktion enttäuscht ihn allerdings, was sich nachhaltig auf das Image der Marke auswirkt. Daher raten einige Produktdesigner dazu, die Funktion als zentrales Element und die Emotion als Kür anzusehen. Beide Aspekte sind miteinander verbunden und bereichern sich gegenseitig. Funktioniert ein Produkt einwandfrei, entsteht beim Anwender ebenfalls eine Emotion: Begeisterung, Faszination und Vertrauen in die Marke. Beim nächsten Kauf entscheidet er sich deshalb eher erneut für diese Marke. Manchmal ist es jedoch gar nicht so leicht, ein gutes Produktdesign zu kreieren, denn gelegentlich steht das Produkt selbst für sehr ambivalente Eigenschaften. Ein einfaches Beispiel: Ein elektrisches Küchenmesser für Geflügel soll scharf, leistungsstark und dynamisch sein. Doch es darf in puncto Performance nicht zu aggressiv wirken. Der Anwender soll auch das Gefühl haben: »Ich kann das große, gefährliche Küchenmesser sicher in der Küche nutzen. Es verletzt mich und meine Familie nicht.« Emotionen sind ein Schlüsselfaktor und dürfen nicht im Widerspruch zur technischen Funktion stehen. Vielmehr sind sie Teil der Designfunktion und perfektionieren sie.


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