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Der Videoschiedsrichter im Alltag

Allgemeine Überwachung Quelle:StockSnap Wenn der Spieler eines Clubs aus der Bundesliga einen Fußballplatz betritt, kann er sicher sein, dass er unter besonderer Beobachtung steht. Nicht nur Tausende Zuschauer im Stadion und Millionen an den Fernsehgeräten schauen zu, wie er über den Rasen rennt und den Ball elegant am Fuß führt. Auch einige Experten blicken ganz genau auf seine Aktionen: die Videoschiedsrichter, Video Assistant Referee (VAR) genannt. Ihre Aufgabe ist es, bestimmte Situationen zu beurteilen und dabei zu helfen, den Ablauf der Spiele so fair wie möglich zu gestalten. Dieser Ansatz ist durchaus löblich – so sehr, dass man ihn sich auch für den Alltag wünschen würde. Wäre es nicht toll, wenn es eine Person gäbe, die manche Situationen noch einmal anschauen und dann beurteilen könnte? Das würde zumindest das Potenzial für Streitigkeiten erheblich verringern. Videobeweis könnte helfen Ein Mann sitzt gemütlich im Café und bestellt sich einen Eisbecher. Nach zehn Minuten kommt die Kellnerin und bringt ihm ein Stück Kuchen. Selbstverständlich ist der Gast irritiert und macht die Kellnerin darauf aufmerksam, dass sie ihm die falsche Speise gebracht hat. Wenn kein anderer Gast die Bestellung gehört hat, liegt nun ein klassischer Fall von „Aussage gegen Aussage“ vor. Denn niemand ist in der Lage, die Zeit zurückzudrehen und zu überprüfen, wer recht hat. Anders wäre es, wenn die Szene auf Video festgehalten worden wäre. Dann könnte sich nämlich ein Videoschiedsrichter die Aufzeichnung anschauen und entscheiden, ob der Gast oder die Kellnerin die Wahrheit sagt. Gleiches ist in sämtlichen Situationen möglich, in denen zwei widersprüchliche Aussagen aufeinanderprallen. Hat mich der Autofahrer, der mir die Vorfahrt genommen hat, auch noch beleidigt? Klaut mein Nachbar regelmäßig Äpfel aus meinem Garten? Geht meine Frau tatsächlich fremd? In solchen Fällen wäre es eine echte Hilfe, auf einen Videobeweis zurückgreifen zu können. Praktisch ist, dass Online-Spiele im Casino mit der richtigen Software am heimischen Computer aufgezeichnet und anschließend angeschaut werden können. Dass dabei ein falsches Spiel aufgedeckt wird, ist aber praktisch ausgeschlossen. Wann der Videoschiri eingreifen darf Im Gegensatz zu unseren (natürlich nicht ernst gemeinten) Beispielen aus dem Alltag kommt der Videobeweis im Fußball nicht in sämtlichen strittigen Situationen zum Einsatz. Stattdessen ist genau definiert, wann der VAR den Schiedsrichter auf dem Platz kontaktieren darf. Das kann in Situationen geschehen, in denen es um die Rechtmäßigkeit eines Tores oder eine Entscheidung auf Elfmeter oder Platzverweis geht. Außerdem kann der Videoassistent den Schiedsrichter darauf aufmerksam machen, wenn dieser dem falschen Spieler eine gelbe oder rote Karte gegeben hat. Als sich der Franzose Antoine Griezmann im Endspiel der Weltmeisterschaft 2018 in der Nähe des kroatischen Strafraums fallen ließ und dadurch einen Freistoß herausholte, durfte der VAR deshalb nicht eingreifen – auch wenn das anschließende Tor zum 1:0 für Frankreich wegen der Schwalbe von Griezmann nicht hätte fallen dürfen. Würden Sie entlassen, wenn Sie in Ihrem Leben auf VAR verweisen könnten? Quelle:Jason Bagley Wann der VAR in den Fußball kam Im Fußball gab es schon seit Langem Überlegungen, den Videoschiedsrichter einzuführen. Nach intensiven Tests ab den frühen 2000er-Jahren wurde er erstmals in der Saison 2016/2017 in offiziellen Spielen genutzt, nämlich im niederländischen Pokal. Als dort am 21. September 2016 Ajax Amsterdam und Willem II Tilburg aufeinandertrafen, kam es erstmals in der Geschichte des Fußballs zu einer Entscheidung, die auf einer Beobachtung des Videoschiedsrichters basierte. Nachdem ein Spieler von Tilburg einen Kicker von Ajax foulte und dafür vom Schiedsrichter Danny Makkelie eine gelbe Karte erhielt, meldete sich der VAR. Nach Sichtung der Bewegtbilder korrigierte Makkelie seine Entscheidung und zeigte dem Tilburger Spieler die rote Karte. Zu Beginn der Saison 2017/2018 wurde der Videobeweis auch in der Bundesliga eingeführt. Seit März 2018 ist der VAR fester Bestandteil der Fußballregeln. Videobeweis nicht nur im Fußball Nicht nur im Fußball ist der Videobeweis inzwischen ein fester Bestandteil, auch in anderen Sportarten sorgt er für Fairness. So wird er seit Jahren in den US-Sportarten Football, Basketball und Eishockey genutzt. Im American Football ist es sogar so, dass die Trainer verschiedene Entscheidungen des Schiedsrichters anfechten können. Pro Spiel kann jeder Trainer zwei Challenges aussprechen. Stellt sich nach Sichtung der Videoaufnahmen heraus, dass die Entscheidung des Schiedsrichters korrekt war, wird dem Trainer ein Time-out abgezogen. Liegt ein Trainer in einem Match mit beiden Challenges richtig, bekommt er eine dritte zugesprochen. Ähnlich wird es auch im Volleyball und im Beachvolleyball gehandhabt. Im Handball wird seit der Herren-Weltmeisterschaft 2015 der Videobeweis genutzt, im Tennis kommen Hilfsmittel wie Hawk-Eye und MacCAM zum Einsatz.


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